Kolik bei Pferden

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Was ist eine Kolik bei Pferden?

Auch ein Pferd kann Bauchschmerzen haben. Die Schmerzen im Bauchraum eines Pferdes sind wie ein dunkles Gespenst für viele Reiter und Pferdebesitzer. Die angsteinflößende Kolik!


Als Kolik bezeichnet man starke Schmerzen, meist im Bauchraum bzw. Unterleib.

Sie werden durch krampfartige Kontraktionen der glatten Muskulatur von Hohlorganen hervorgerufen und äußern sich wellenartig oder sogar andauernd.

Eine Kolik bezeichnet nicht die eigentliche Krankheit, sondern ist ein Symptom für eine Fehlfunktion im Magen-Darm-Trakt.

Wie kommt eine Kolik bei Pferden zustande?

Das Futter wird im Pferdemaul zerquetscht, eingespeichelt und zu einem Brei zerkleinert. Dieser gelangt durch die Speiseröhre, ein Muskelschlauch mit der ständigen Bewegung nach unten, in Richtung zum Magen.

Guten Appetit

Am Mageneingang befindet sich ein starker Schließmuskel, der sich bei Füllung anspannt. Somit kann der Nahrungsbrei nur noch durch den Darm nach Außen gelangen. Dies ist auch der Grund warum Pferde sich nicht übergeben können.

Im Dünndarm (24 Meter lang) angekommen werden dort die meisten Nährstoffe aufgenommen, er ist ständig in Bewegung. Der Weg geht weiter über den Hüftdarm, Blinddarm, Dickdarm und schließlich wird der „Pferdeapfel“ über den Mastdarm ausgeschieden. Bei einer Kolik ist oft auf diesem Weg die Ursache zu suchen.

Schmerzen können entstehen wenn das Pferd zu viel gefressen hat und der Magen sich zu sehr gefüllt hat. Häufig sind es auch Entzündungen oder Geschwüre die eine Kolik entstehen lassen.  Der Darm ist im Körperinneren beweglich. Er kann sich verdrehen oder sogar eingeklemmt werden, was beides zu einem Darmverschluss führen kann.

Aber auch Stress wie eine Futterumstellung, Herdenwechsel, hohe sportliche Leistung und Turniere, ja sogar ein Wetterumschwung können eine Kolik auslösen.

Woran kann man erkennen, dass etwas nicht stimmt?

Schon kleinste Veränderungen im Verhalten des Pferdes können Anzeichen einer Kolik sein.

Das Tier tänzelt hin und her, ist unruhig. Aber auch ein „zu ruhiges“ Verhalten oft gepaart mit dem Versuch den Kopf weit nach vorn zu strecken kann ein Hinweis sein.

Die Aufnahme von Fressen und Flüssigkeit wird verweigert oder das Pferd hat Kreislaufprobleme.

Die Normalwerte bei einem Pferd

Körpertemperatur

  • Neugeborenes Fohlen bis zum 5.ten Tag: 38,8 – 39,3 °C
  • Fohlen ab dem 6.ten Tag: 38,0 – 38,7°C
  • ausgewachsenes Pferd: 37,5 – 38,2 °C

Sollte die Körpertemperatur aufgrund großer Anstrengung oder sehr warmer Umgebungstemperatur erhöht sein, so ist das kein Fieber.

  • Atmung: 8 – 16 Atemzüge pro Minute
  • Ruhe Puls: 24 – 48 Schläge pro Minute

Das Verhalten vom Pferd bei einer Kolik

Der Bauch ist angespannt und das Pferd dreht den Kopf ständig zum Bauch, es schwitzt und einige rülpsen auch.

Das Pferd tritt mit den Hinterbeinen gegen den Bauch. Es will sich wälzen, schmeisst sich ohne Rücksicht auf den Boden und bleibt länger auf dem Rücken liegen oder setzt sich wie ein Hund auf die Hinterbeine. 

Hier kann nur ein Tierarzt eine sichere Diagnose stellen.

Dieser sollte auch bei den kleinsten Anzeichen informiert werden. Eine Kolik kann zum Tode führen.

Bis zum Eintreffen des Arztes sollte man versuchen das Pferd im Schritt zu führen und aufpassen das es sich nicht dauerhaft hinlegt.

Leichte oder schwere Kolik?

Ein Tierarzt kann zwischen einer leichteren oder schweren Kolik unterscheiden. Dazu sind viele Informationen von Bedeutung. Er wird nach Fressverhalten, dem Futter der letzte Tage und wie das Pferd bewegt worden ist fragen.

Das Pferd wird genau beobachtet und bekommt eine allgemeine Untersuchung (Vitalwerte, Abhören/Abtasten von Bauch und Darm, Fiebermessen, Schleimhäute an Augen und Maulbereich werden überprüft…).

Auch eine rektale Untersuchung gibt Aufschluss über die Ursache einer Kolik und eine Blutentnahme, um herauszufinden in wie weit das Pferd dehydriert ist.

Leichte Kolik bei Pferden

Eine leichte Kolik kann konservativ behandelt werden. Zum Beispiel  durch legen einer Nasenschlundsonde, um Gase oder Flüssigkeiten aus dem Magen entweichen zu lassen.

Medikamentengabe von Schmerzmitteln, krampflösenden Mitteln,  Medikamenten zur Unterstützung des Kreislaufes und mehrere Infusionen. Abführende Medikamente um den Magen und den Darm zu entleeren und somit den Körper zu entlasten.

Schwere Kolik bei Pferden

Bei einer schweren Kolik wie zum Beispiel einem Darmverschluss, ist eine operative Behandlung unumgänglich. Das Pferd muss sofort in eine Klinik!

Während der Operation werden dann abgestorbene Teile des Darms entfernt und der Arzt kann eine Entscheidung treffen ob eine Rettung des Tieres möglich oder ob die Krankheit zu weit fortgeschritten ist und das Tier noch auf dem OP-Tisch eingeschläfert werden muss.

Heilungschancen bei einer Kolik

Damit wir diese Risiken so klein wie möglich halten können, ist es wichtig alles im Auge zu behalten und unser Pferd so gut wie möglich kennen zu lernen.

Futterqualität überprüfen. Ein Qualitativ minderwertiges Futter kann zu Magen- und Darmentzündungen führen. Zu viel Kraftfutter kann Gasbildung und Schleimhautschädigungen verursachen. Es sollte immer Heu und frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Auch die Menge der Mahlzeiten und der Zeitpunkt der Fütterung ist wichtig.

Pferde nehmen in der Natur bis zu  18 Stunden Fressen zu sich. Wenige Mahlzeiten führen zu Fehlgährungen im Darm. Zusatzfutter wie Kraftfutter oder Müsli nur in kleinen Mengen. Sie sollten immer nach der Arbeit mit dem Pferd gefüttert werden, sonst können Verstopfungen drohen. Auch bei zu wenig Bewegung ist eine Verstopfung möglich. Man sollte also für ein regelmäßigen und abwechslungsreichen Trainingsplan zum Wohle des Pferdes sorgen.

Aber aufpassen das es nicht zu stressig wird. Stress und auch Probleme mit der Wirbelsäule lassen die Verdauungsnerven nicht richtig arbeiten. Es lohnt sich auch mal ein Besuch von einem Osteopathen oder Chiopraktiker in den Stall zu buchen.

Was auch auf keinen Fall fehlen darf sind die leider nicht so schmackhaften Wurmkuren über das ganze Jahr verteilt. Parasiten können zu Darmeinblutungen führen und diese wollen wir doch gerne vermeiden.

Die Kolik ist heute noch immer die häufigste Todesursache bei Pferden.

Sie kann aber durch gute Kenntnisse über unseren Sportspartner Pferd, zur frühen Erkennung und somit schnellstmöglicher Bahandlung, sowie durch eine artgerechte Haltung und Fütterung ihren großen Schrecken verlieren.


Heilungschancen bei einer Kolik

Frauke

Turnierpaparazzi bei Fanshot
Seitdem die Kinder reiten, bin ich alles. Paparazzi, Drill Sergeant, Outfit Designerin, Organisationstalent, Trösterin, beste Freundin, der größte Fan und die stolzeste Mutter meiner Kinder. Ich schreibe für Fanshot meine Erfahrungen und bereichere den Blog mit den mannigfaltigen Bildern.
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